Schach

Bereits 1283 erschien im Auftrag des Königs Alphonso X. von Spanien das “Libro del Acedrex”, das eine Vielzahl von Regeln alter Spiele enthielt, darunter eine altertümliche Form des Schachspiels. Es wurde auf einem Spielbrett mit 12 mal 12 Feldern gespielt. Der Hintergrund des Schachs als kriegerisches Spiel war weitgehend vergessen und so waren die Spielsteine nun öfters mythologische Tiere. Damals war auch das Krokodil genauso ein Fabeltier wie der Greif oder das Einhorn, die mit Löwe und Giraffe für uns seltsame Schachfiguren darstellen

Jeder Spieler hat 12 Bauern, einen König, einen Greif, zwei Krokodile, zwei Giraffen, zwei Einhörner, zwei Löwen und zwei Türme. Die Bauern stehen in der vierten Reihe vor den Figuren. Die Figuren von links nach rechts: Turm, Löwe, Einhorn, Giraffe, Krokodil, König, Greif, Krokodil, Giraffe, Einhorn, Löwe, Turm.

Der König zieht wie ein König im modernen Schachspiel ein Feld in beliebiger Richtung. Bei seinem ersten Zug springt er jedoch zwei Felder in beliebiger Richtung.

Der Greif zieht zunächst immer ein Feld diagonal, anschließend beliebig viele Felder waagrecht bzw. senkrecht, ggf. also auch nur das eine Feld diagonal. Er überspringt keine Figuren. Der Zug beginnt immer mit dem diagonalen Zug über ein Feld.

Das Einhorn springt im ersten Zug wie im modernen Schachspiel der Springer. Es darf im ersten Zug keine Spielfigur schlagen. In den Folgenden Zügen bewegt es sich wie heute ein Läufer.

Der Löwe springt drei Felder waagrecht oder senkrecht. Er überspringt dabei andere dazwischenstehende Figuren.

Die Giraffe springt in der Art eines verlängerten heutigen Springerzuges, d.h. ein Feld diagonal, dann drei Felder waagrecht bzw. senkrecht. Dazwischen stehende Spielfiguren werden übersprungen.

Das Krokodil zieht und schlägt wie im modernen Schachspiel der Läufer.

Der Turm zieht und schlägt wie auch im modernen Schachspiel der Turm.

Der Bauer zieht und schlägt wie auch im modernen Schachspiel der Bauer. Er zieht jedoch beim ersten Zug nur ein Feld weit. Über das ‘En passant’-Schlagen ist mir nichts bekannt, vermutlich gibt es dies nicht.

Es gibt keine Rochade. Erreicht ein Bauer den gegenüberliegenden Spielfeldrand, so wird er in die Spielfigur (gleicher) Farbe umgewandelt, die ursprünglich dort stand, anstatt eines Königs wird er jedoch zum Greif.

Ziel ist es, den Gegner Matt zu setzen. Genaue Regeln für Patt und bei Verlust aller Figuren außer dem König sind nicht bekannt, es wurde damals vermutlich dann das Spiel gewonnen. Es ging allerdings (wahrschienlich) verloren, wenn nach dem Schlagen der letzten Figur außer dem König auch der Gegner die letzte Spielfigur (außer dem König) im nächsten Zug schlagen konnte.

Laos hat 1984 eine Briefmarke mit der Abbildung dieser alten Form des Schachspiels herausgegeben anläßlich des 60. Geburtstages der FIDE.

Näheres zur Briefmarke