Mein Weg

Mein Weg

Als mir das Einhorn zum ersten Mal über den Weg lief war ich sofort fasziniert von diesem phantastischen Geschöpf. Diese Schönheit, diese Reinheit, diese Kraft! Ich konnte es kaum fassen. Als Teenager hat man ja so seine Probleme, alles ist furchtbar wichtig und schwer und einzigartig – so denkt man wenigstens. Und da half mir das Einhorn, zeigte mir, daß es Licht und Freude gab und Glanz – für mich und alle, die sahen. Manchmal kam ich mir zwar vor wie “Das letzte Einhorn”, aber das machte ja nichts. Auch Einhörner sind allein.

Das hat mich so geprägt, daß mir noch heute Bilder mit mehreren Einhörner direkt aufstoßen, fast unangenehm sind.

Wie das so geht im Leben: die erste Liebe, Schule fertig machen, Beruf, das Auf und Ab und Hin und Her, Enttäuschungen, das Wiedertreffen der ersten Liebe und das Erkennen, zusammen zu gehören, eine Einheit zu sein. Die Liebe, eine Himmelsmacht! Zusammenziehen, das Leben genießen, leben auf Wolke sieben! Verloben, heiraten, alles ist wunderbar. Zwischendurch “Störungen”, aber wo gibt es die nicht? Hauptsache, man hält zusammen. Die Kinder kommen. Spielen und basteln ist angesagt, mit den Kindern und für die Kinder (Basar). Ein Crash-Kurs für Seidenmalerei wird angeboten. Das klingt gut. Seide – sanft und schimmernd. Also mache ich mit. Male Vogelbilder für den Basar, Rantanplan für den Sohn, kleine Ponys in allen Variationen für die Tochter. “Und was malst Du für Dich?” Gute Frage. Welches Tier spricht zu mir?

In dem Moment, in dem ich mir die Frage stelle, ist die Antwort auch da: mein Einhorn. Ich male und male. Meine Liebe zu diesem Tier, meine Freude darüber, meine Faszination werden wieder lebendig, erfüllen mich. All die Jahre hatte das Einhorn in mir geschlummert, war immer da gewesen, dicht unter der Oberfläche. Nun brach es aus mir heraus wie ein Wirbelsturm, wie ein Orkan. Ich wurde im Künstlerverein aufgenommen, ich, die ja nur  Laiin und Autodidaktin war! Ich würde eine Lücke ausfüllen, wäre eine Bereicherung. Ich machte mit bei Ausstellungen, verkaufte sogar. Es war wie ein Rausch.

Wir lasen und lesen viel. Also suchte ich in der Bücherei nach meinem Einhorn, wurde fündig. Wie hatte ich nur annehmen können, daß es nur “Das tapfere Schneiderlein” gab! Allein in den Jugendabteilungen der Büchereien stand ich vor dem Problem, daß es mir fast zu viel wurde! Doch bald wurde mir unsere Gemeindebücherei zu eng. Ich suchte in größeren Büchereien, fragte im Buchhandel nach – und wurde selbstverständlich wieder und wieder fündig. Es war sagenhaft.

Dann mußte mein Mann ins Ausland – Wochenendehe. Aber auch das schafften wir. Und dann ein Anruf von ihm: “Schatz, Du glaubst es nicht, aber heute habe ich einen Zug mit zwei Einhörnern vorne drauf gesehen!” Das schlug bei mir ein wie eine Bombe! Das Einhorn gab es ja nicht nur in Büchern! Es gab auch Einhornwappen, Einhornapotheken, Hotels und Firmen mit dem Einhorn im Namen! Ich schrieb alle an, denen ich habhaft werden konnte. Leider antworteten nicht alle, aber die, die es taten, waren sehr freundlich und aufgeschlossen und meine Sammlung wuchs. Und erst als ich die Quellen, den Ursprung “meines” Einhorns suchte! Du lieber Gott, es gab und gibt zu viel! Ich werde nie alles erfassen können, nie – und wenn ich hundert Jahre alt werde! Aber wie heißt es noch: der Weg ist das Ziel und dieser Weg ist einfach wunder-, wunder-, wunderschön!

Und wo überall ich das Einhorn fand! Auch noch heute! Meine Seite zeigt Euch ja meine Funde, jedenfalls so weit ich Zeit habe, alles einzugeben bzw. mein Mann, der sich anfangs “nur” mit mir freute und mir jetzt hilft, alles in den “Kasten” einzugeben. Den Aufbau und die Gestaltung hat dankenswerterweise mein Sohn übernommen, ohne den – internetmäßig -alles gar nicht so zu Stande gekommen wäre.

An dieser Stelle auch mein Lob und meinen Dank an all jene, die mir mit Ihren Tipps Freude bereiten und mir weiterhelfen! Es ist ein überwältigendes Gefühl Zuspruch zu erhalten, zu sehen, daß man auch anderen eine Freude macht, daß die eigene “Arbeit”ankommt. Durch meine Suche und Eure Rückmeldungen habe ich viele ganz liebe Menschen kennengelernt, einige auch schon persönlich. Es ist einfach wunderbar!

Und als ich durch Eure Reaktionen den Mut aufbrachte, auch meine Gedichte vorzustellen und damit ein so  positives Echo erhielt – ich war und bin schier “aus dem Häuschen”! Diese Gedichte liegen mir sehr am Herzen, sind oft sehr persönlich. Sind in Worte gefaßte Gefühle und Empfindungen, Überlegungen, Beobachtungen. Sind manchmal auch Ventile für überschäumende und überwältingende Emotionen. Und von Euren E-Mails weiß ich, daß Ihr oft die gleichen Empfindungen und Träume habt. Daß ich das alles mit Gleichgesinnten teilen darf macht mich sehr froh.

Zu meiner Freude habe ich auch schon einige kleinere Reisen machen können auf den Spuren meines Einhorns. Wenn Ihr wollt, werde ich auch Berichte darüber schreiben.

Meine Traumziele sind natürlich Cluny und New York! Diese Teppiche mit eigenen Augen sehen und nicht nur Postkarten, Bilder und Bücher darüber! Und die Gemälde von Moreau! Mann, das wäre was!

Zum Abschluß nur noch ein paar Worte: Für mich wurden und werden Einhörner “geboren” durch die Manifestion von Wunsch, Glaube und Sehnsucht. Es gab sie vor aller Zeit und wird sie immer geben. Ich liebe sie.