Sehen V.

Sehen

Weitere Möglichkeit:

Ich gehe durch einen lichten, hellen Wald.
Die Blätter wiegen sich leicht im Wind,
die Vögel zwitschern
und mir ist leicht und froh zu Mute.

War da nicht etwas?
Irgend etwas huscht um mich herum.
Ich setze mich auf einen umgestürzten Baum
und warte, hole Schokolade aus meiner Tasche.

Beiße genußvoll hinein.
Ah, wie gut das tut,
witsch, witsch, ein Waldelfenmädchen steht vor mir.
Ich gebe ihr von meiner Schokolade ab.

Gemeinsam schlemmen wir,
bis die Schokolade alle ist.
Dann faßt sie mich an der Hand
und gemeinsam laufen wir los.

Auf einer kleinen Lichtung bleiben wir stehen.
Sie hat noch kein Wort gesprochen,
aber wir verstehen uns auch so.
Wir lächeln uns an, kichern.

Sie legt sich ins Gras,
wippt mit den Zehen nach einer Melodie,
die ich nicht hören kann, noch nicht.
Ich lege mich neben sie.

Sie nimmt meine Hand,
drückt sie fest und innig
und schaut mir tief in die Augen.
Wie wunderschön sie ist!

Ein Teil von ihrem Glanz
wird ein Teil von mir -
und ich sehe und staune
und mein Herz hüpft vor Freude.

Über uns in den Bäumen
eine Ansammlung von Laubhütten,
mit Lianenbrücken verbunden
auf denen die Elfen traumhaft sicher gehen.

Zu unseren Füßen erscheint ein Elf,
nickt freundlich
und geht auf einen mächtigen Baum zu.
Eine geheime Tür öffnet sich und er verschwindet.

Wir stehen auf.
Sie zeigt mir Vogelnester
und einen Platz mit wunderschönen Himmelsschlüsseln.
Ich liebe diese Blumen!

Sie auch.
Wir setzen uns
und hören dem
überirdischen Klang zu.

Ich schlafe ein
und erwache vom Gebimmel
des Kartoffelmanns:
“Kartoffeln, schöne, neue Kartoffeln!”

Gabriele Fleischhacker
8.12.2001

Ich glaub’ es nicht, noch ein Gedicht!