Schwestern

Meine Schwestern

Es war ein schwerer Tag.
Gesundheitlich ging es mir auch nicht sehr gut,
zu viele Menschen wollten zu viel von mir.
Ich bin müde und gereizt,
könnte weinen vor Wut und Enttäuschung.

Da schaue ich in den nachtschwarzen Himmel
und meine Augen werden vom Licht der Sterne gefangen,
ihr Schimmer hüllt mich ein
wie ein Versprechen auf das Glück.
Ich überlasse mich diesem Glück
- gebe mich hin -
und mein Schmerz
zerrinnt wie Sand in meinen Händen.
Mein Herz atmet auf
und ich bin eins mit dem Licht da oben,
bin glücklich,
daß ich ein Teil dieses Mysteriums bin
- und lache.

Lache über die Engstirnigkeit der Menschen,
ihren Starrsinn, ihren Egoismus.
Wie kann man nur so kleinlich sein
im Angesicht dieser Macht!

Ich lache und tanze mit meinen Schwestern dort oben
nach dem uralten Lied von Beginn und Werden und
Sterben und dem Kreislauf des Lebens


Gabriele Fleischhacker
7.1.1998