Jakaranda

Jacaranda

Dieses Wort perlt von den Lippen,
jede Silbe ein kostbar schimmerndes Kleinod.
Es erzählt von der Ferne,
von blau-violetter Blütenpracht,
von honigähnlichem Duft.

Ich möchte unter diesem Baum liegen
und verzückt in diesen Himmel
aus trichterförmigen Blüten schauen,
die ihre Schönheit und ihren Duft
hinausposaunen in die Welt.

Ich möchte diesen glatten Stamm
unter meiner Hand spüren,
will eins werden mit diesem Wunder.
Ich träume.

Und wache auf, bin verwirrt,
weil ich im Bett liege
und nicht auf einer Lichtung stehe
und meine Arme in die Luft strecke,
vollbeladen mit duftenden Blüten,
nur die Sterne über mir.

Aber ein leichter honigähnlicher Duft
im Zimmer tröstet mich
und ich muß lächeln,
lächeln über meine Einfalt,
meine Torheit, meine Phantasie.
Und ich freue mich.


Gabriele Fleischhacker
1998