Ich lebe

Ich lebe, ich bin hier

Ich sitze hier am Tisch
und ich soll Euch erzählen,
was alles passiert ist.
Aber mir fehlen die Worte,
ja, ausgerechnet mir.

Aber Ihr wollt das gar nicht wissen,
glaubt mir.
Doch?
Reden befreit?
Wirklich?

Wie soll ich
das Grauen
das Entsetzen
den Kummer
beschreiben?

Das alles umgibt mich
wie eine zweite Haut.
Ist ein Teil von mir geworden.
Manchmal füllt es mich so aus,
daß nichts anderes von mir übrig bleibt.
Aber nur manchmal.

Ich lebe, ich bin hier
und das ist mehr
als zu hoffen wagte.

Fragt mich also nicht weiter.
Laßt es gut sein für heute.
Gebt mir Zeit.


Gabriele Fleischhacker
3.1.2001