Erschrecken und Freude

Erschrecken und Freude

Auch ich stand schon da oben,
die Augen schwarz vor Schmerz,
umhüllt von den kalten Armen des Windes.

Ich schaute hinunter
und alles war so fern und fremd,
so unverständlich.

Lange stand ich so.
Szenen zogen an mir vorbei.
Szenen der Demütigung, der Verzweiflung.

Aber langsam durchdrang die Kälte
den Panzer meiner Einsamkeit
und ich erschauerte.

Erschauerte vor dem Gedanken,
was ich beinahe getan hätte.
Und ich erschrak.

Erschrak vor meiner Dummheit,
das alles zugelassen zu haben,
was mich so quälte und kaputtmachte.

Erschrak vor der Wucht der Gefühle,
die auf mich einstürmten,
erschrak vor meinem Versagen.

Doch dann sah ich alles klar vor mir:
wie es hatte so kommen können,
wie ich es ändern konnte.

Und ich tat es.
Ließ nicht mehr zu,
dass man mir weh tat.

Natürlich machte ich Fehler,
fiel immer wieder ins alte Verhalten zurück.
Aber lachend tadelte ich mich, ja lachend.

Ich wurde wieder die, die ich mal war.
Voller Freude, Neugierde, Begeisterung
Und ich fand die Liebe.


Gabriele Fleischhacker
14.5.03

Hatte schon gestern Abend die beiden ersten Absätzen komplett im Kopf, war aber zu müde gewesen, aufzustehen und diese auch aufzuschreiben. Meine  Befürchtung, sie zu vergessen, war Gott sei Dank umsonst gewesen.